Pressemitteilung Nr. 33/2026
Emmendingen, den 05.10.2026
Wohnungslosenhilfe im Fokus: Landtagsabgeordnete Tonojan und Günter besuchen das „Haus Eliah“ in Emmendingen
Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Rüdiger Tonojan (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) besuchte die Sprecherin für Pflege und soziale Teilhabe der grünen Landtagsfraktion, Meike Günter MdL, den Landkreis Emmendingen. Gemeinsam mit der grünen Kreisrätin und Sozialausschussmitglied Barbara Schuler verschafften sich die Abgeordneten vor Ort ein Bild von der Arbeit der AGJ-Wohnungslosenhilfe im „Haus Eliah“ in der Hochburger Straße 50.
Im Zentrum des zweistündigen Austauschs mit den beiden Sozialarbeitern Felix Kölle und Melanie La Fata standen die vielfältigen Herausforderungen der ambulanten und stationären Hilfen für wohnungslose Menschen im Landkreis. Das Haus Eliah vereint unter seinem Dach wichtige Säulen der Unterstützung: Eine ambulante Fachberatung, eine Tagesstätte sowie Angebote zum Betreuten Wohnen.
„Wohnungslosigkeit bedeutet weit mehr als kein Dach über dem Kopf zu haben. Es bedeutet den Verlust eines geschützten Rückzugsraums und führt oft in die soziale Isolation“, betonte Rüdiger Tonojan während des Rundgangs. Umso beeindruckter zeigten sich die Abgeordneten von der engen Vernetzung der Einrichtung im lokalen Sozial- und Gesundheitswesen.
Besonderes Augenmerk galt einem niederschwelligen Angebot in der angeschlossenen Wärmestube. Von Montag bis Freitag sind die Räumlichkeiten in der Zeit von 09:00 – 11:00 für alle Gäste geöffnet. Waschmaschine, Trockner und Schließfächer sind für die Besucher ebenfalls vorhanden. Zweimal wöchentlich wird ein warmes Essen angeboten und ein ambulanter Pflegedienst bietet dort eine kostenlose und unbürokratische medizinische Wundversorgung sowie Erstberatung an – vollkommen unabhängig von einem bestehenden Krankenversicherungsschutz.
„Dieses Angebot ist gelebte soziale Teilhabe und konkrete, niederschwellige Unterstützung für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Es unterstützt Menschen in prekären Notlagen auf vorbildliche Weise, da sie in allen Lebensbereichen umfassende Unterstützung erfahren. Mein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses Eliah, die mit großem Engagement und fachlicher Kompetenz jeden Tag wertvolle Arbeit leisten“, hob Meike Günter hervor.
Trotz der erfolgreichen Arbeit bei der kurzfristigen Sofortunterbringung – in Emmendingen stehen dafür in Aufnahmehäusern derzeit acht Plätze bereit – stoßen die Helferinnen und Helfer zunehmend an strukturelle Grenzen. Das langfristige Ziel, Betroffene nachhaltig zu stabilisieren und in eigenen Wohnraum zu vermitteln, scheitert immer häufiger am angespannten Immobilienmarkt. Das Betreute Wohnen der AGJ umfasst aktuell 14 Plätze, doch der Übergang in den freien Wohnungsmarkt bleibt das Nadelöhr.
Felix Kölle und Melanie La Fata richteten daher einen dringenden Appell an die Politik und die Öffentlichkeit: Die Einrichtung sucht laufend bezahlbaren Wohnraum im Landkreis. Privatpersonen oder Wohnungsbaugesellschaften, die bereit sind, Wohnraum an Klienten der Wohnungslosenhilfe zu vermieten, werden gebeten, direkt mit dem Haus Eliah Kontakt aufzunehmen.
Kreisrätin Barbara Schuler unterstrich die Bedeutung der kommunalen Unterstützung: „Ohne finanzielle Unterstützung von Stadt und Kreis könnte diese wichtigen Angebote nicht aufrechterhalten werden. Es ist wichtig, dass die Menschen vor der Obdachlosigkeit bewahrt werden, wenn sie Beratung in Anspruch nehmen, bevor es zur Räumungsklage kommt. Inzwischen werden oft auch Alleinerziehende, Frauen mit Gewalterfahrung und ältere pflegebedürftige Obdachlose beraten, die aber im Haus Eliah keine Aufnahme finden. Um diese Abläufe frühzeitig in andere Bahnen zu lenken, müssen präventive Maßnahmen gefördert werden“. Ein weiteres Problem sei die lange Bearbeitungszeit für Wohngeld bei Beziehern von ergänzenden Leistungen. Auch überfordere die Digitalisierung viele Klienten., ergänzt die Kreisrätin.
Zum Abschluss des Besuchs versprachen die Abgeordneten, die Impulse aus der Praxis direkt mit in die parlamentarische Arbeit nach Stuttgart zu nehmen: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haus Eliah leisten unter schwierigen Rahmenbedingungen Großartiges. Unsere Aufgabe als Politik ist es, die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen so auszugestalten, dass soziale Träger verlässliche Planungssicherheit haben. Gleichzeitig bleibt der Bau von bezahlbarem und sozialem Wohnraum die soziale Frage unserer Zeit, die wir auf allen politischen Ebenen entschlossen anpacken müssen.“