Pressemitteilung Nr. 17/2026
Emmendingen, den 15.04.2026
Auf Einladung der Bürgerinitiative Polder Wyhl/Weisweil - so nitt! e.V. traf sich der Landtagsabgeordnete Rüdiger Tonojan mit Dieter Ehret von der BI, den Bürgermeistern Burger und Baumann aus Wyhl und Weisweil und dem zuständigen Revierförster Axel Schulz zu einem Vor-Ort-Termin im Rheinwald auf Gemarkungen der Gemeinden Wyhl und Weisweil. Ziel des Treffens war eine Besichtigung der aktuellen Arbeiten und der erneute Austausch zur Zukunft des Polders Wyhl/Weisweil.
Das Landratsamt Emmendingen hatte auf Antrag des Landes und vertreten durch das Regierungspräsidium Freiburg, mit Planfeststellungsbeschluss vom 22.09.2025, den Bau und Betrieb des Hochwasserrückhalteraums Wyhl/Weisweil auf dem Gebiet der Gemeinden Sasbach am Kaiserstuhl, Wyhl am Kaiserstuhl, Weisweil und Rheinhausen im Breisgau genehmigt.
Auf dieser Grundlage wurde bereits mit der Umsetzung des Vorhabens begonnen und mit ersten Arbeiten losgelegt, wie dem Ausbaggern, Vergrößern und Säubern der Schluten.
Im Gespräch wurde erneut deutlich, dass sowohl die BI als auch die Bürgermeister der zuständigen Rheingemeinden voll hinter dem Hochwasserschutz und der Einrichtung des Polders stehen, der im Hochwasserfall große Mengen Wassers aus dem Rhein aufnehmen und somit Hochwasserspitzen bei Unterliegern abmildern kann. Strittig ist allerdings, wie der Polder in Zukunft bewirtschaftet werden soll:
Während das Land auf die ökologischen Flutungen setzt, kämpfen BI und die Bürgermeister weiterhin für eine Schlutenlösung. Da auf der Polderfläche ein weites Netz von Gräben und alten Schluten vorhanden ist, liege die Ertüchtigung dieser auf der Hand. Dieses Netz bilde eine hervorragende Voraussetzung für die Schaffung eines Musterpolders, der mindestens 20 Jahre ohne ökologische Flutungen, dagegen aber mit der Flutung der Schluten betrieben werden soll. Damit könne der Umbau des Waldes mit hochwassertoleranten Bäumen nach und nach erfolgen. Und wenn sich die Schlutenlösung nach der Testphase als nicht praktikabel erweisen sollte, könne das Land die ökologischen Flutungen immer noch durchführen.
Rüdiger Tonojan möchte sich auch weiterhin dafür einsetzen, eine gute Lösung zu finden, die sowohl die Belange des Naturschutzes, als auch die Bedürfnisse der Anliegergemeinden berücksichtigt. Hierfür seien faire und sachliche Gespräche mit allen Beteiligten wichtig:
„Es ist richtig und wichtig, dass wir über die Methoden diskutieren. Die Argumente sollten aber sachlich und zielführend sein. Daher bin ich offen, über verschiedene Ansätze zu sprechen und um die beste Lösung zu ringen. Dazu gehört für mich auch, auf Fakten zu setzen und Fachleute anzuhören, ob die Ökologischen Flutungen nun naturschutzfachlich (und damit auch naturschutzrechtlich) tatsächlich unvermeidbar sind, oder ob die Schlutenlösung nicht doch auch als angemessene Ausgleichs- bzw. Schadensreduzierungsmaßnahme gelten kann.“
Mit dem Beginn der Bauarbeiten sei nun der richtige Zeitpunkt, sich nochmals ergebnisoffen darüber auszutauschen, wie der Polder in Zukunft betrieben werden kann. Ein weiterer Gesprächstermin mit dem Regierungspräsidium sei schon in Vorbereitung, sagte der Abgeordnete im Abschlussgespräch, bedankte sich für die Einladung und bot weiterhin seine Unterstützung an.